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Mitteilungen der Liedertafel Limmer
Ausgabe 2 / 2011

Ausgabe
1 / 11
Tenor (2 /11)
Westend (2 /11)
Chorleben (2 /11)
Fasching (2 /11)
Tenor
Das Mitteilungsblatt erscheint diesmal etwas früher, das hat einige Vorteile: einige anstehende Termine konnten noch aufgenommen werden, die Aktualität ist höher und -nicht zuletzt - ich habe bis zur Erstellung der nächsten Ausgabe eine größere Sommerpause bis Mitte September. Das nächste Mitteilungsblatt wird also mit dem Bericht von der dann hinter uns liegenden Busreise erscheinen.
hms
Tenor (2 /11)
Westend (2 /11)
Chorleben (2 /11)
Fasching (2 /11)
Hannover Westend


In den großen europäischen Städten ist das Westend meist die "bessere" Gegend. Gute Beispiele sind London, Frankfurt oder auch Berlin. Der Grund dafür war die im vorigen Jahrhundert aufkommende Industriealisierung. Da häufig Westwind herrscht, siedelte man vorzugsweise "vor dem Wind", also im Westen der Städte. Die Hannoveraner nahmen das wohl nicht so genau: Lindener Hafen, Egestorff Maschinenfabriken (später Hanomag), Excelsior Gummiwaren (später Continental) und Körting entstanden durch die Anbindung an den Mittellandkanal westlich von Hannover. Damit entwickelten sich besonders Linden und Limmer zu quirligen und lebhaften Arbeiterquartieren. Die Mitte des vorigen Jahrhunderts nachrückenden Gastarbeiter sorgten erneut und bis heute für kulturelle Vielfalt. In diesem Umfeld der damals alles andere als menschlichen Wohn- und Arbeitsbedingungen brodelten immer wieder Streiks und Demonstrationen um Verbesserungen der Lebensbedingungen zu erreichen. Auch der Arbeiter- und Bildungsverein, aus dem die Liedertafel Limmer einst hervorging, ist so entstanden. Nach 12 Stunden täglicher Arbeitszeit an 6 Tagen in der Woche brauchte man das, was wir heute Ablenkung, Zerstreuung oder Freizeit nennen. Dem Bier- und Tabakgenuss wurde reichlich gefrönt. Das wiederum sahen die Dienstherren ebenso wie die Ehefrauen - wenn auch aus verschiedenen Gründen - nur ungern. Und so ist folgendes Traktat aus jener Zeit überliefert:
" Das Rauchen macht dumm: es macht unfähig zum Denken und Dichten. Es ist auch nur für Müßiggänger, für Menschen, die Langweile haben, die ein Drittel des Lebens verschlafen, ein Drittel mit Essen, Trinken und anderen notwendigen oder überflüssigen Dingen hindudeln und alsdann nicht wissen, was sie mit dem letzten Drittel anfangen sollen. Für solche faulen Türken (?!) ist der liebevolle Verkehr mit den Pfeifen und der behagliche Augenblick der Dampfwolke, die sie in die Luft blasen, eine geistvolle Unterhaltung, weil sie ihnen über die Stunden hinweghilft. Zum Rauchen gehört auch das Biertrinken, damit der erhitzte Gaumen wieder abgekühlt werde. Das Bier macht das Blut dick und verstärkt zugleich die Berauschung durch den narkotischen Tabaksdampf. So werden die Nerven abgestumpft und das Blut bis zur Stockung verdickt. Wenn es so fortgehen sollte, wie es den Anschein hat, so wird man nach zwei oder drei Menschenaltern schon sehen, was diese Bierbäuche und Schmauchlümmel aus Deutschland gemacht haben."
Nach der Lektüre dieser Zeilen, die angeblich Goethe zugeschrieben werden, kratzt man sich verlegen am Kopf. Seltsam: Goethe war doch diesen Genüssen auch nicht abgeneigt !?



Tenor (2 /11)
Westend (2 /11)
Chorleben (2 /11)
Fasching (2 /11)
Aus dem Chorleben

..Harmonie des Grauens

Ein Horrorfilm könnte so beginnen: es hört sich an, als sängen die unerlösten Seelen im Fegefeuer. Manche brummeln, andere fiepen. Das klingt furchtbar, aber es geht hier nicht um Perfektion. Es gibt ihn wirklich, den "Ich-kann-nicht-singen-Chor" in Berlin.
Siebzig Leute bilden einen großen Kreis im Saal eines alten Pumpwerks an der Spree in Berlin.
Der Chorleiter Michael Betzner-Brandt hat eine Philosophie: "Jeder, der sprechen kann, der kann auch singen" "Manch einer singt unter der Dusche oder im Auto", sagt er, " aber vor anderen zu singen, dazu ist die Scheu zu groß". "In diesem Chor geht es nicht um Perfektion, es geht um Persönlichkeit". Erst einmal werden gymnastische Aufwärmübungen absolviert. Nach dem Körper wird die Stimme gelockert. Der Dirigent lässt die Leute zunächst ihre eigenen Töne finden. Der Laien-"Chor" sammelt Töne vom Fußboden auf und hebt sie empor. Das klingt wie Feueralarm. Nach der Imitation von allen möglichen Tiergeräuschen singen die Nichtsänger ihren ersten gemeinsamen Ton: ein A; noch ist es wackelig, tendiert unentschlossen zum As, aber man spürt schon einen Anflug von Harmonie. Und immerhin: als Michael Betzner-Brandt ein Handzeichen gibt, enden alle auf demselben Akkord. Eine Frau schwärmt: "Ist das herrlich, der Schlussakkord klingt schon richtig gut". Ein Mann kalauert: "ich kann singen, ich treffe bloß die Töne nicht !"
Aber der Chorleiter ist begeistert: "Ihr trefft Töne ! Prima, wunderschön!" Zeit für das erste richtige Lied, ein Kanon über einen Ohrwurm. Der Dirigent gibt den Einsatz, ein Student singt besonders laut, "Singen wirkt so befreiend " findet er. Das scheint auch für die anderen zu gelten. Am Ende der ersten Gesangstunde singen alle eine Hymne auf den Döner. Die Seelen sind erlöst.
(Auszug aus einem Artikel in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" vom 15.5.2011)



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Iso ist nicht der Domteur und Doris und Else sind keine Bunny-Häschen
Thomas und der unübertreffliche
Komiker und Zauberer Hans


Beate und Bärbel amüsieren sich köstlich

Humor ist: Wenn man trotzdem lacht.